Konzept

EDUdigitaLE – Wer teilt, gewinnt!

Auf dieser Plattform finden interessierte LehrerInnen, ReferendarInnen und Studierende Unterrichtsideen für die Fächer Geschichte und Mathematik. Warum es EDUdigitaLE gibt und welche Zielstellungen wir damit verfolgen, möchten wir unten kurz vorstellen.

 

EDUdigitaLE = LehrerInnenbildung + OER x 10


Ausgangspunkt sind Open Educational Resources (OER)

Alle Materialien auf dieser Seite sind OER, stehen also unter einer CC-BY-SA Lizenz. EDUdigitaLE versteht frei verfügbare, individuell veränderbare und kostenfreie Lehr-/und Lernmaterialien als Chance zur Öffnung und zum Austausch von/zwischen universitärer LehrerInnenbildung, Schulpraxis sowie lokalen (außerschulischen) Bildungsräumen. Für weitere Informationen darüber, was sich unter dem sperrigen Kürzel OER verbirgt, empfehlen wir die Seite https://open-educational-resources.de.
OER sind für uns ein Ansatz, vielfältige Zielstellungen zeitgemäßer LehrerInnenbildung anzugehen:

1. OER für anwendungsorientierte universitäre LehrerInnenbildung 
Im Rahmen von fachdidaktischen Lehrveranstaltungen der Geschichts- als auch Mathematikdidaktik an der Universität Leipzig erstellen Studierende OER-Lernmaterialien zu Themen des Sächsischen Lehrplans. Ziel dabei ist die Anwendung theoretischer Kenntnisse und Fähigkeiten auf konkrete Projekte im Sinne verstärkten Anwendungsbezugs der LehrerInnenbildung. Mit der Veröffentlichungsmöglichkeit als OER bietet dies zudem Motivation für Studierende, die ihre Ideen und fachdidaktischen Kenntnisse anwendungsorientiert umsetzen und öffentlich teilen können. Ziel ist auch die Nachhaltigkeit von Studierendenleistungen, welche nicht in „Schubladen“ verschwinden, sondern mit anderen geteilt zum Ausgangspunkt der Weiterentwicklung und des Einsatzes in schulischer Praxis werden.


2. OER für eine Verzahnung von erster und dritter Phase der LehrerInnenbildung

Vor allem LehrerInnen fehlt häufig die Zeit, neue Ideen und Materialien aufwändig (beispielsweise mit intensiver Archivrecherche) zu erstellen. Die Ideen der Studierenden können hier neue/ andere Ansätze und Zugänge aufzeigen. Als OER sind die Materialien leicht an spezifische Lernsituationen anpassbar, was die Chance auf tatsächliche Nutzung in der Schule erhöht. Gleichzeitig bieten die entstandenen Materialien Ansatzpunkte für einen Austausch zw. Studierenden und SchulpraktikerInnen. So können beispielsweise in der Kommentarfunktion dieser Seite einzelne Materialien z.Bsp. hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit bewertet werden.
Rückmeldungen und Austausch funktionieren oft aber besser im persönlichen Kontakt. Daher nutzen wir die Ergebnisse der Studierenden für offene Veranstaltungen, wie die HISTOthek und MAthek. Hier können Studierende in kleinen Barcamp Sessions ihre Ideen präsentieren und dazu mit LehrerInnen ins Gespräch kommen.


3. OER als Ausgangspunkt für die Vermittlung von Medienkompetenz (angehender) LehrerInnen
Die Vermittlung medienspezifischer Kompetenzen wird zunehmend selbstverständlich auch zur Aufgabe fachdidaktischer LehrerInnenbildung. Mit der Integration von OER als Gegenstand von Seminaren, Prüfungsleistungen und anwendungsorientierten Studierendenprojekten werden beispielsweise Fragen des Urheberrechts konstruktiv thematisiert.
Gleichzeitig zielt EDUdigitaLE auf die Sensibilisierung von SchulpraktikerInnen für einen urheberrechtssensiblen Umgang mit Lernmaterialien sowie die Bekanntheit des Formates OER.
Auch die hier veröffentlichten Unterrichtsideen sollen verstärkt eine mediale Breite abdecken. Studierende nutzen für die Umsetzung ihrer Ideen zunehmend Formate wie Audioguides, Erklärvideos, Apps etc.


4. OER für außeruniversitäre Kooperationen und Service Learning
Grundlegend für EDUdigitaLE ist eine Öffnung von universitärer LehrerInnenbildung. Hierzu beziehen wir ausdrücklich lokale AkteurInnen und Institutionen unserer Fachbereiche außerhalb der Universität bei der Erstellung von OER ein.
So arbeitet der Fachbereich Geschichtsdidaktik mit lokalen AkteurInnen der Geschichtskultur (Archive, Geschichtsvereine etc.) zusammen, während die Mathematikdidaktik auf Kooperationen mit dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Lernort INSPIRATA und MathematiklehrerInnen vor Ort setzt.
Ziel ist jeweils, Lehramtsstudierende für Tätigkeitsfelder ihres Faches auch außerhalb von Universität und Schule zu sensibilisieren. Gleichzeitig profitieren unserer Partner, die bei der Erstellung der OER-Materialien beratend zur Seite stehen, von didaktischen Perspektiven und können das entstandene Material für eigene pädagogische Aktivitäten frei nutzen.


5. OER zur Etablierung einer Lernkultur der Offenheit und des Teilens
Eng verbunden mit dem Ansatz von OER ist ein von Offenheit geprägtes Lernverständnis, das wir sowohl den Lehrveranstaltungen sowie den Materialien auf dieser Seite zu Grunde legen möchten: Als Ergebnisse von Arbeitsprozessen unserer Studierenden sind die Inhalte von EDUdigitaLE selbst Ausdruck und Resultat vielfältiger Lernprozesse. Die konsequent in Kooperation von je vier Studierenden entwickelten Unterrichtsideen verstehen sich als Angebot zur Weiterentwicklung – ausdrücklich aber nicht als der jeweils einzig mögliche und „richtige“ Weg, spezifische Inhalte didaktisch zu inszenieren. Kommentare, Hinweise und Verbesserungsvorschläge zu den Inhalten von EDUdigitaLE gehören damit explizit zu diesem Lernprozess, sind Teil des Konzeptes und gewünscht.


6. OER brauchen Mut verantwortlicher Lehrender
Die konsequente Umsetzung des skizzierten Lernverständnis erfordert nicht zuletzt den Mut von Lehrenden an der Universität, Ergebnisse ihrer Lehrveranstaltungen transparent und öffentlich zu machen. Wir glauben, dass jede noch so gute Hausarbeit, jedes noch so gut konzipierte Lernmaterial in der Schreibtischschublade zum geduldigen Träger von Credit Points verkommt, seine Potentiale als Lernanlass (für die Verantwortlichen sowie auch für andere) aber nicht ausschöpft.


7. OER bedürfen der Qualitätssicherung

Selbstverständlich nehmen wir Fragen der Qualitätssicherung ernst. Jedes auf dieser Seite veröffentlichte Material durchläuft einen Prozess, bei dem wir als Lehrende die Qualität der Unterrichtskonzepte sicherstellen. Vor der Veröffentlichung werden alle Materialien von den verantwortlichen Lehrenden begutachtet, mit den Studierenden besprochen und ggf. modifiziert. Wenn dieser Reviewprozess nicht erfolgreich verläuft und inhaltlichen Anpassungen grundlegender Natur sind, gelangen die Materialien nicht zur Veröffentlichung.


8. Mit OER auf Nachhaltigkeit setzen
Die Einbeziehung von OER steht bei EDUdigitaLE ausdrücklich unter dem Primat der Weiterentwicklung und Verbesserung universitärer LehrerInnenbildung, unserem „Kerngeschäft“ als Lehrende. Wir verstehen die Erstellung von OER in unseren Lehrveranstaltungen nicht als Selbstzweck oder primär zur Kommunikation des Gedankens freier Bildung. Vielmehr dient das Verständnis von OER der Erreichung zeitgemäßer LehrerInnenbildung – nicht umgekehrt.
So integrieren wir die Erstellung von Lernmaterialien konsequent in die Studienordnungen der beteiligten Lehramtsstudiengänge, um das Konzept von EDUdigitaLE langfristig und nachhaltig in der LehrerInnenbildung an der Universität Leipzig zu verankern – unabhängig von beteiligten Lehrpersonen oder zeitlich befristeten Förderprogrammen und Drittmitteln.


9. OER für Offenheit und Transfer über Fächergrenzen und Disziplinen hinweg
Die Ausgestaltung von EDUdigitaLE ist fachspezifisch möglich, das Konzept dahinter setzt jedoch gleichzeitig auf den Austausch zwischen Disziplinen und Fachdidaktiken. Mit der Infrastruktur von EDUdigitaLE bieten wir eine Plattform, die von unterschiedlichen Lehreinheiten der universitären LehrerInnenbildung an der Universität Leipzig genutzt werden kann. Als gemeinsames Label soll EDUdigitaLE unter den hier skizzierten Zielstellungen eine Klammer bilden, die einerseits transdisziplinären Austausch ermöglicht und andererseits fachspezifische Möglichkeiten der Ausgestaltung bietet. Neben einer verstärkten Kooperation zwischen den Fachdidaktiken strebt EDUdigitaLE ausdrücklich auch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Fachdidaktik und Fachwissenschaft der einzelnen Fächer an.

 

10. Unsere Vision: EDUdigitaLE wächst weiter
Was 2015 als Projekt der Geschichtsdidaktik der Universität Leipzig begann und ein Jahr später in Kooperation für die Mathematikdidaktik geöffnet wurde, soll nicht das Ende der „Fahnenstange“ sein. Wir wünschen uns einen möglichst breiten Austausch mit anderen Fachdidaktiken und zukünftig weitere Fächer, zu denen man auf dieser Seite Unterrichtsideen finden kann. Dazu tragen wir mit der Organisation von Vernetzungstreffen und der offenen Weitergabe bisheriger Erfahrungswerte und Materialien (wie Studiendokumente, Bewertungsbögen für Studienleistungen etc.) jederzeit gern bei. Als nächster Meilenstein ist für Anfang 2018 die Etablierung eines Kuratoriums EDUdigitaLE geplant. Zur Mitarbeit in diesem Kuratorium laden wir alle fachdidaktischen Lehreinheiten der Universität herzlich ein. Denn wir sind überzeugt: Wer teilt, gewinnt!

Danke
Für die bisherige Unterstützung von EDUdigitaLE danken wir besonders dem Team der LaborUniversität.

 

 

 

Bildnachweis:
Alle Grafiken im Slider von Fride König (CC-BY-SA)